Über uns

„colorido ist spanisch und heißt bunt“

Unser Leitgedanke, übernommen von Frederick Willem de Klerk:
All different – all equal – Alle anders – alle gleich

Wir sind verschiedene Menschen und doch alle gleich im bunten Denken. Wir Mitglieder kennen uns aus verschiedenen Projekten und Bündnissen und haben viel gemeinsame Erfahrung sammeln können.
Wir kennen uns schon lange und wissen, dass wir uns aufeinander verlassen können.
Das ist sehr wichtig, da in Plauen und im Vogtlandkreis immer wieder Vereine, die politisch aktiv waren, unterwandert wurden und sich dann auflösten.
Wir engagieren uns in Plauen & im Vogtlandkreis für die Förderung von Demokratie und das Wirken gegen Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, Diskriminierung und Homophobie. Unser Anliegen ist der Aufbau und die Unterstützung zivilgesellschaftlicher Strukturen zur Überwindung von Grenzen aufgrund kultureller, religiöser oder nationaler Unterschiede. Wir fordern weltoffenes und grenzenloses Denken, die Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens.
Das verwirklichen wir durch Projektarbeit, Vorträge, Ausstellungen, politische Bildung an Schulen, Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit zur Vermittlung humanistischer und demokratischer Werte.

Seit 2019 haben wir eigene Büro- und Veranstaltungsräume zur Verfügung. Wir arbeiten ausschließlich im Ehrenamt und finanzieren uns über Spendengelder.
Warum braucht es unsere Arbeit in Plauen und dem Vogtlandkreis:
„Der III. Weg“ baut beharrlich seine Stützpunkte aus und rückt vermehrt aus dem Vogtland auch in die angrenzenden Landkreise. Der Stützpunkt mit dem Parteibüro des III. Weges in Plauen dient dabei als „Vorzeigeprojekt“ für den Ausbau von Strukturen.
Hier gilt es immer wieder aufzuklären und auf die Gefährlichkeit dieser Neonazistrukturen hinzuweisen. In Plauen ist der III. Weg innerhalb der Mitte der Gesellschaft bereits akzeptiert.
Wir merken immer wieder, dass wir noch mehr aufklären müssen, da Sachverhalte vielen Menschen nicht bewusst sind und nach unseren Angeboten immer der „Das-haben-wir-nicht-gewusst – Effekt“ eintritt. Mit Engagement, Kompetenz und innovativen Lösungsansätzen setzt sich unser Verein deshalb gemeinsam mit Partnern in einem breiten Netzwerk/Solidargemeinschaft für die Stärkung der demokratischen Kultur in Plauen und im Vogtland ein.
Warum ist unsere Arbeit hier besonders wichtig?
Neben dem thüringischen Erfurt macht sich die neonazistische Partei »Der III. Weg« vor allem im südsächsischen Plauen breit. Hier sitzt sie im Kreistag und im Stadtrat, hier unterhält sie seit Jahren ihr Parteibüro und hier hat sie eine große, repräsentative Immobilie in der Pausaer Straße bezogen. Die Neonazis haben dort an der Hausfassade einen Leuchtkasten mit dem Parteilogo aufgehängt.
Gegenüber liegt der Wartburgplatz, ein schöner Ort, eine großzügige ovale Freifläche in der Stadt, von ehemaligen Fabrikantenvillen gesäumt, das angrenzende Viertel gilt als ruhig und bürgerlich. Nichts deutet darauf hin, dass hier oft Kundgebungen von Menschen im kack-beigen Einheitslook stattfinden, die lieber 1939 leben würden als 2019.
Die Stadtverwaltung scheint das alles nicht zu stören: „Der „Dritte Weg“ ist keine verbotene Partei. Damit ist sie in einer Demokratie legitimiert.“ Nur weil der „Dritte Weg“ nicht verboten ist, heißt das noch lange nicht, dass er demokratisch legitimiert ist, denn das setzt die Konformität zum Grundgesetz voraus.
Der „Dritte Weg“ ist eindeutig eine nationalsozialistische Partei.
Dafür, dass Plauen zum neuen Zentrum der aktivistischen Neonaziszene wurde, kann die 66.000-Einwohner-Stadt nichts. Erst als das bayerische Innenministerium das Kameradschaftsnetzwerk „Freies Netz Süd“ (FNS) verbot und sein Vermögen konfiszierte, kamen die Aktivisten hierher.
Plauen ist nur 30 Kilometer von Oberprex in Franken entfernt, wo das FNS seinen Schwerpunkt hatte.
Vielleicht kann man auch noch andere Gründe für den Zuzug vermuten: Die Plauener NS-Geschichte zieht nationalsozialistisch Denkende geradezu in ihren Bann – Der sächsische NSDAP-Gauleiter Martin Mutschmann kam aus Plauen, die Hitler-Jugend wurde hier gegründet – Plauen war ein Hotspot der NSDAP.
Ideologisch trennt den „Dritten Weg“ vom Dritten Reich jedenfalls nicht viel. Die Ideologie ist nur modern aufgehübscht.
Für uns als Verein gilt es immer wieder, Menschen aufzuklären und vor allem mitzunehmen bei unseren vielfältigen Veranstaltungen. Bei der Planung dazu müssen wir kreativ und flexibel sein und immer wieder neue Ideen entwickeln, denn der erhobene Zeigefinger hilft schon lange nicht mehr.
Es gibt Anfeindungen gegen uns Menschen, die sich gegen Rechts engagieren, müssen oft viel aushalten können. Vor allem abseits der Großstädte können sie nicht im Schutz einer großen Gruppe agieren und sind ihren Gegnern genau bekannt und ausgeliefert.
Wir von colorido e. V. kennen das Gefühl ständiger Wachsamkeit. Wir stehen für lebendige Demokratie und Toleranz, ziehen mit unseren Aktionen viel Aufmerksamkeit auf uns. Anonym zu bleiben ist aber keine Option. Der Verein legt seinen Schwerpunkt auf politische und geschichtliche Bildungsarbeit. Dazu werden unter anderem Projekttage, Seminare und Fortbildungen an Schulen, Berufsschulen, Bildungseinrichtungen sowie für andere Gruppen
angeboten.
Kleine, mit boshaften Bemerkungen gespickte Mails und üble Kommentare gehören zum Tagesgeschäft. Dann gibt es Mails über unser Kontaktformular, die ein VERPISST EUCH! oder EUCH BRAUCHT ES NICHT! enthalten. Es kommen per Post CD ́s an, die wir mit Handschuhen anfassen und die dann Verschwörungstheorien enthalten.
Zu unserem letzten Kinder- und Kiezfest gab es den Hitlergruß mit IHR SEID AUCH NOCH DRAN! Da waren wir froh, dass es die Kinder nicht bemerkten.
Wir erhielten Morddrohungen und hatten blutige Herzen im Briefkasten.
Das Schlimmste aber war der Jobverlust eines unserer Mitglieder an einer Privatschule wegen deren politischer Aktivität.
Brauchen wir mehr Demokratie?
Wir brauchen mehr Demokratie!
Menschen, die sich für Demokratie engagieren, verdienen Anerkennung und deren Stellenwert in der Gesellschaft muss einen gesicherten Platz haben.
Projekte sterben, weil das Geld fehlt, und die Rechten lachen sich ins Fäustchen. Und dann ist man in deren Augen wieder ein jämmerlicher, lachhafter Haufen, den die Rechten nicht ernst nehmen.
Wie lange hält die Demokratie den rechten Bewegungen noch stand? Der Satz: „Das muss Demokratie aushalten.“ – hat einen faden Beigeschmack.
Wir haben viel zu tun!