„Plauen auf dem Holzweg? – SUR LA PISTE BRUNE DE LA TROISIÈME VOIE“

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11. September 2021, 18.00 Uhr, coloridoTREFF, Dittrichplatz 8, 08523 Plauen, Vernissage zur Ausstellung „Plauen auf dem Holzweg? – SUR LA PISTE BRUNE DE LA TROISIÈME VOIE“ Der Zeichner „Piet“ eröffnet

25. September 2021, 18.00 Uhr, coloridoTREFF, Dittrichplatz 8, 08523 Plauen, Finissage zur Ausstellung „Plauen auf dem Holzweg? – SUR LA PISTE BRUNE DE LA TROISIÈME VOIE“ – Podiumsdiskussion

Die Ausstellung widmet sich den Aktivitäten des III. Weges.

„Der III. Weg“ baut beharrlich seine Stützpunkte aus, diese treiben den Ausbau ihrer Netzwerke voran. Der Stützpunkt mit dem Parteibüro des III. Weges in Plauen dient als „Vorzeigeprojekt“ für den Ausbau von Strukturen. Der Coup in die Parlamente von Kreis und Stadt scheint aufzugehen.

Um diese Bestrebungen nicht unbeantwortet zu lassen, haben wir uns darum bemüht, die Karikaturen von Piet zusammen mit der 10teiligen Serie des französischen Magazins Mediapart auszustellen bzw. in einem Begleitheft zu veröffentlichen. Es ist ein Blick durch das Brennglas, den uns der Zeichner vorhält. Die Ausstellung nimmt die Realität dieser gefährlichen Entwicklung bis hinein in die Parlamente zum Ausgangspunkt für Aufklärung. Die Ausstellung mit den Begleitheften ist als Wanderausstellung konzipiert und eignet sich für Vereine, Verbände als praktischer Umgang mit populistischen und extremistischen Phänomenbereichen. Es sollen lokale Akteure beim Umgang mit kommunalen Konfliktsituationen unterstützt werden. Gleichzeitig bieten wir gerne ein Begleitprogramm an – der Vortrag „Nicht vom Himmel gefallen: Plauen und der III. Weg“ – dient als Impuls für Gesprächsformate und Austausch.

Flyer „Plauen auf dem Holzweg“

Der Zeichner – Piet – über sich

Als ich im Gymnasium in Frankreich studierte, wollte ich schon Journalist und Karikaturist werden. In meinem 17. Lebensjahr fing ich an, meine Lehrer, Kommilitonen und auch ein paar französische Politiker beißend zu karikieren. Ich wählte „Piet“ als Pseudonym. Allerdings hatte ich gar nicht mit einer deutsch-französischen Karriere gerechnet! 2013 bestimmte ich doch, dass 9 Jahre Deutsch-Unterricht nicht unbenutzt bleiben dürfen. Dank dem Erasmus-Programm studierte ich Journalistik an der TU Dortmund und verband mich mit deutschen Studenten, mit denen ich immer noch manchmal zusammenarbeite. 2014 studierte ich weiter an der Europa Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder. Als ich jeden Tag mit Deutschen, Spaniern, Italienern, aber auch Polen, Türken und Ungarn (was für eine unschuldige Zeit!) auf europäische Freundschaft prostete, bekam ich hingegen auch mit, dass Europa nicht alle begeisterte. Kurz vor meinem Umzug nach „Frankfurt-O” hatte die AfD in der Stadt 20% der Stimmen bei der Landtagswahl bekommen. Regelmäßig demonstrieren Neonazis in der Stadt. Ich war an der deutsch-polnischen Grenze, als Frankreich im Januar 2015 von blutigen islamistischen Anschlägen heimgesucht wurde. 1000 Kilometer von Paris entfernt trauerte ich um meine Mentoren von der satirischen Zeitung Charlie Hebdo und versprach mir, auf keinen Fall mit Karikaturen aufzuhören. Ein paar Wochen später stöberte ich den Blog einer französischen Journalistin in Berlin auf. Auch sie schien von diesen Anschlägen erschüttert. Sie heißt Prune Antoine. Nach jedem islamistischen Anschlag haben sich auch islamfeindliche Äußerungen vermehrt. Islamismus und Fremdenfeindlichkeit ernähren sich voneinander.

Heute lebe ich in Straßburg, an der Grenze zwischen Deutschland und Frankreich. Ich bin freiberuflicher Journalist, Karikaturist und Übersetzer und beschäftige mich regelmäßig mit deutsch-französischen Themen. Als viele über sogenannte kulturelle Unterschiede zwischen den beiden Ländern dick auftrugen, sah ich viele Ähnlichkeiten: zwei alte europäische Staaten, die jetzt Ungleichheiten, Populismus und Ungewissheit gegenüberstehen. Als Prune mir anbot, ihre Serie über die rechtsextremistische Partei III. Weg zu illustrieren, konnte ich natürlich nur „Évidemment!“ („aber natürlich!“) antworten.

Prune Antoine

ist gebürtige Französin mit internationalem Background, lebt seit 2008 als freie Journalistin in Berlin, arbeitete u. a. für GEO und ARTE, bloggt und publiziert über gesellschaftliche Themen und Frauen in Europa. 2010 bekam sie den Preis „EU Young Journalist Award“ für die beste Recherche verliehen.

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