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2026

Ja, die Welt bewegt sich. Das hat sie immer getan. Unsere Eltern, Großeltern, Urgroßeltern – alle hatten es nicht immer einfach. Wir sind nicht die Generation, die es am Schlimmsten trifft, nur wieder anders. Aber wir können und müssen Wegbereiter sein, für unsere Kinder, Enkel und Urenkel.

Die gesellschaftliche Bedrohung durch Rechtsextremisten trifft uns doch nicht völlig unvorbereitet. Wir denken oft darüber nach, in welcher Situation wir anders hätten handeln müssen. Der große Aufschrei blieb uns buchstäblich im Halse stecken, denn da war es bereits zu spät. Wann begann die Ohnmacht? Antifaschisten werden wieder gejagt. Die AfD trat nicht an, um radikal zu werden, sie war es von Anfang an.

Warum wollen so viele Menschen in Deutschland diese Partei an der Macht?

Wir wählen Menschen stellvertretend also indirekt in unserer Demokratie. Das scheint nicht mehr zu funktionieren. Gewählte Politiker*innen – ihr seid Dienstleister! – keine Fürsten, keine Superstars, Social-Media-Bespaßer oder ständige Gäste in Talk-Shows. Demokratie hat nichts mit Autokratie zu tun. Ein entstehender Trumpismus ist eine Gefahr für die ganze Welt. 

„Besinnt euch!“ und „Die Hütte brennt!“ schreibt Gerhart Baum in seinem letzten Buch.

Das Reden mit den Menschen scheint abhandengekommen oder wabert an der Oberfläche rum. Man muss doch nicht alles nachmachen, was einem in der großen Politik so vorgelebt wird oder ist das so eine Art Gruppenzwang. Wenn man sich die Scharmützel im Redefluss in Parlamenten anhört, ist das keineswegs lustig, sondern beschämend und einfach unwürdig. 

Wo sind da Vorbilder geblieben, die wenigstens noch oberhalb der Gürtellinie debattiert haben. Wie soll man denn die nationale und internationale Ausdrucksweise unseren Kindern und Jugendlichen erklären. Wie sollen wir erklären, dass es verbotene Symbolik und Gestik gibt, weil dass alles salonfähig geworden ist und keiner mehr aufschreit, wenn die Menschenwürde mit Füßen getreten wird.

Wir können und müssen noch mehr Menschen finden, die sich den Aufgaben stellen, die unsere liberale Demokratie schützen. Das wird Mühe machen, aber es wird sich lohnen. Wir müssen mehr werden und uns zeigen, allen Anfeindungen zum Trotz.

Wir sind mehr, nur immer noch zu leise.

Wir haben im Advent in einem Vor- und Nachwort von Mely Kiyak zum Buch „Thomas Mann; DEUTSCHE HÖRER!; Radiosendungen nach Deutschland“, gelesen:

„Erstens, die Barbarei beginnt immer mit der Abschaffung der Menschenrechte… Und zweitens, der Krieg begann schon 1933, als die Deutschen mit überwältigender Mehrheit – nicht mehrheitlich! – die NSDAP an die Macht wählten, die Weimaer Republik damit zum Einsturz brachten  und den Weg für den Raub-, Mord- und Lügenstaat freimachten.“

Man kann von Thomas Mann halten was man will, aber uns haben die Vor- und Nachworte zu den >Radiosendungen nach Deutschland< von Mely Kiyak sehr zum Nachdenken gebracht.

Wir stehen an einem Scheideweg, wenn auch mit anderen Vorzeichen, aber nah dran.

Haben wir wirklich „nichts gelernt, verstehen nichts, bereuen nichts, haben nicht das geringste Gefühl dafür,… nach allem…

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