Die Fahrt zum Gedenkort Buchenwald ist uns sehr viel wert und besser als jedes geplante Vernetzungstreffen.
Zum einen fährt man rückengestärkt wieder nach Hause, denn man hat die ergreifenden und sehr klaren Reden gehört. Man verinnerlicht, dass viele Menschen so denken wie wir und nimmt es als Schutz mit nach Hause. Zum anderen trifft man so viele bekannte Menschen, die sich wie wir schon jahrelang stark machen für unsere Demokratie. Und das Bild in der Gedenkstätte zeigte, wir werden mehr!
Hape Kerkeling hat bei der Gedenkfeier für die Opfer des NS-Konzentrationslagers Buchenwald vor einem „Wegsehen“ gegenüber antidemokratischer Tendenzen gewarnt. „Wer heute wegschaut oder jenen applaudiert, die die Geschichte umschreiben wollen, der macht sich mitschuldig“, sagte Kerkeling in der KZ-Gedenkstätte. Demokratie lebe vom mutigen Hinsehen.
Der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens-Christian Wagner mahnte, dass weltweit ein Vormarsch autoritärer und nationalistischer Regime zu beobachten sei. Diesem Strom müsse man sich geschichtsbewusst entgegenstellen und für eine humane, solidarische und freie Gesellschaftsordnung einsetzen.
Die Präsidentin des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos (IKBD), Lena Carlebach, sagte, Buchenwald symbolisiere einen Tiefpunkt der Menschheit. Der Mut und der Widerstand von Häftlingen des Konzentrationslagers verpflichte die Menschen heute. „Erinnern heißt auch zu verstehen, wie Menschen zu Tätern wurden und wie Menschen zu Verfolgten gemacht wurden“. Hier erinnern wir unseren Oberbürgermeister an seine unsägliche Wortwahl während der Friedensaktion zu Ostern. Herr Zenner, es waren keine Rachegelüste, es waren Befehlsempfänger, die gegen die Täter losgeschickt wurden – zur Befreiung von dieser Täterschaft!
Der Präsident des Thüringer Landtages, Thadäus König (CDU), sagte, Buchenwald erinnere auch daran, „dass Unmenschlichkeit mit Feindbildern, Ausgrenzung, abwertender Sprache beginnt“. Auch hier schämen wir uns immer wieder für Plauen, wo auf einem Jahresempfang noch Beifall geklatscht wird, für die abwertenden Worte über Migranten seitens unseres OB Zenner.
Landtagspräsident König sagte, es erschüttere ihn, dass extremes, antisemitisches Denken wieder zunehme und insbesondere unter jungen Menschen sichtbarer werde. „Antisemitische Codes und rassistische Zuschreibungen treten wieder mit einer Deutlichkeit auf, die wir nicht ignorieren können.“ Wenn heute Parolen des Nationalsozialismus auf Schulhöfen gezeigt würden, dann betreffe das die demokratische Kultur insgesamt. Ausgrenzung beginne mit Sprache und mit der Gewöhnung an verletzendes Verhalten. Demgegenüber müsse man Haltung zeigen und Grenzen ziehen und widersprechen, „auch wenn es unbequem ist“. Der Ausschluss von Menschen dürfe nicht wieder zum Leitbild des Handelns werden.
Wir bleiben weiterhin unbequem!
Wir nehmen am 26. April am feierlichen Gedenkakt anlässlich des 81. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Flossenbürg teil.
Plauen hatte mehrere Außenstellen des KZ-Flossenbürg, die bis heute nicht oder unzureichend im Stadtbild von Plauen sichtbar sind.






