Von der Diktatur zur Demokratie – der Herbst ’89

Die Montagsdemos in Leipzig waren der Anfang vom Ende des DDR-Systems.
Am 07.10.1989 allerdings waren es die Plauener, die den Anfang in der DDR machten und für Demokratie und Menschenrechte auf die Straße gingen.
„colorido“ und die TRIAS Oberschule Elsterberg arbeiten diese Zeit in einem gemeinsamen Projekt im Projektverbund „OPENION“ auf.

In dem Projekt werden die Jugendlichen selbst ein Theaterstück schreiben. Die Schülerinnen und Schüler wollen dabei darauf eingehen, dass der Ausruf „Wir sind das Volk“ im Moment von der rechten Szene missbräuchlich eingesetzt wird. Es soll ein Rückblick auf den Herbst ’89 in den eigenen Familien der Schülerinnen und Schüler herausgearbeitet werden, der dann im Theaterstück einen Ausblick in die Zukunft weisen könnte. 
Am 02.02.2019 wurde ein Ausschnitt dieses Stückes zum „Tag der offenen Tür präsentiert“ und löste schon Gänsehaut aus.

OPENION unterstützt Projekte, bestehend aus einer Kooperation zwischen Schule und außerschulischem Partner, die sich mit zeitgemäßer Demokratiebildung beschäftigen.
Mehr über „OPENION“ und die Projekte erfahren Sie hier.

Deutschlands „First Lady“ im Gespräch mit Schülern der TRIAS Oberschule Elsterberg über deren Projekt zum Herbst 1989

An der deutschlandweiten Initiative „OPENION – Bildung für eine starke Demokratie“ beteiligen sich verschiedene Projektverbünde aus schulischen und außerschulischen Partnern. Eine dieser Kooperationen bildet die TRIAS Oberschule Elsterberg, der Verein „colorido“ und das Theater Plauen-Zwickau. Beim Netzwerktreffen der sächsischen Projektverbünde in Bautzen lobte Elke Büdenbender, Frau des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und Schirmherrin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, die Arbeit der Schülerinnen und Schüler der TRIAS Oberschule zum Thema „Herbst ’89 – Von der Diktatur zur Demokratie“.

Elke Büdenbender im Gepräch mit Schülern der TRIAS Oberschule Elsterberg

Unseren Projektverbund stört, dass die rechte Szene den mit der friedlichen Revolution zusammengehörigen Ausruf „Wir sind das Volk“ missbräuchlich verwendet. Davon ausgehend entstand unsere Projektidee, an deren Konzeption und Planung die Lernenden der TRIAS Oberschule von Beginn an beteiligt waren.

Die Aufgabe der Schülerinnen und Schüler ist es zunächst, Zeitzeugenbefragungen zur Wendezeit im Familien- und Bekanntenkreis durchzuführen und die Aussagen schriftlich festzuhalten. Anschließend werden im demokratischen Abstimmungsprozess Geschichten ausgewählt und für eine szenische Lesung in Zusammenarbeit mit den für das Projekt verantwortlichen Lehrerinnen Doritta Korte und Linda Böhm umgearbeitet. Steffi Liedtke, Theaterpädagogin des Theaters Plauen-Zwickau, wird uns, wie bereits beim Stück „Ein Morgen vor Lampedusa“, bei der schauspielerischen Umsetzung unterstützen. Ziel ist die Aufführung der szenischen Lesung in der Region um Elsterberg.

Der Plauener Verein „colorido“, maßgeblich vertreten durch Steffen Unglaub und Heidi Kröll, unterstützt durch Übernahme von Verwaltungsaufgaben und Expertise zum Thema. Unglaub übergab unserer Schule zu Recherchezwecken einen Klassensatz des Buches „Bürgermut macht Politik“, worin auch er selbst seine Geschichte in Bezug auf die Wendezeit erzählt. Derzeit bemüht sich der Verein zudem um eine zum Buch gehörige Ausstellung.

Die Umsetzung des Vorhabens erfolgt nicht nur innerhalb von Ganztagsangeboten und Unterricht, sondern auch im Rahmen der Projektwoche im Januar 2019. Letztere beinhaltet, ergänzend zu den Proben zur Lesung, beispielsweise einen geschichtlichen Überblick, die Arbeit mit Stasiakten, Zeitzeugengespräche, Gedenkstättenbesuche und eine schulinterne Ausstellung zum Leben in der DDR. Außerdem ist das Ablaufen der Demonstrationsroute vom 7. Oktober 1989 in  Plauen geplant. Den Abschluss der Projektwoche bildet der Tag der offenen Tür (02.02.2019 ab 14 Uhr), an dem in der TRIAS Oberschule Elsterberg Präsentationen von Ergebnissen einzelner Kleinprojekte und eine öffentliche Probe der szenischen Lesung stattfinden werden.

Begeistert vom Projekt „Herbst ’89 – Von der Diktatur zur Demokratie“ fragte Büdenbender die TRIAS Oberschüler beim Netzwerktreffen in Bautzen, vertreten durch Leon Koch (Klasse 9) und Timm Klünder (Klasse 10), was sie zur Mitarbeit am Projekt antreibe. Leon Koch motiviere, dass es nie wieder so werden solle, wie vor 1989. Büdenbender erwiderte, dass die Lernenden der TRIAS Oberschule Vorbilder seien und ihre Arbeit Nachahmer finden solle. Des Weiteren sagte sie in Ihrer Rede, dass Demokratie nicht vom Himmel falle, sie müsse gelernt und gelebt werden. Mit unserem Projekt wollen wir dazu einen wichtigen Beitrag leisten.

Steffen Unglaub vom Verein „colorido“ e.V.   und Linda Böhm der TRIAS Oberschule Elsterberg
bei der Vorstellung des Projektes

Wollen auch Sie sich am Projekt beteiligen und haben eine spannende Geschichte zur Wendezeit zu erzählen (gern auch anonym), dann melden Sie sich in der TRIAS Oberschule Elsterberg.

Kontakt: sekretariat@trias-oberschule-elsterberg.de

Linda Böhm, Lehrerin der TRIAS Oberschule Elsterberg

Blut muss fließen – der Film

Der Sänger grölt Gewaltparolen, die Arme gehen hoch zum Hitlergruß: Der Journalist Thomas Kuban ermöglicht Einblicke in eine Jugendszene, in die sich kaum ein Außenstehender wagt.
Nach neun Jahren hat Thomas Kuban fünfzig Undercover-Drehs hinter sich, auch jenseits deutscher Grenzen. Ein Lied begegnet ihm immer wieder: „Blut muss fließen knüppelhageldick, wir scheissen auf die Freiheit dieser Judenrepublik…“. Hochbrisant und einzigartig ist das Material, das er unter extremem persönlichem Risiko mit versteckter Kamera zusammengetragen hat. Es dokumentiert hautnah, wie junge Leute mit Rechtsrock geködert und radikalisiert werden.

Gemeinsam mit dem Filmemacher Peter Ohlendorf reist er noch einmal zurück an Orte, an denen er undercover gedreht hat. Im Fokus steht dabei die Frage, die er auch auf der politischen Ebene zu klären versucht: Wie ist es möglich, dass auf der rechtsextremen Partymeile über alle Grenzen hinweg gefeiert werden kann?

Bis heute ist der Film nicht im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu sehen gewesen, sondern nur bei Veranstaltungen von FilmFaktum in Kooperation mit Initiativen und Organisationen aus Zivilgesellschaft, Politik, Gewerkschaften, Kirche und Sport. Rund 1500 Vorführungen mit anschließender Diskussion konnten bislang realisiert werden, viele davon an Schulen.

colorido e. V. hat den Film und seinen Macher eingeladen.

Das Projekt wurde gefördert von „Demokratie leben!“.

Ein Morgen vor Lampedusa

Eine szenische Lesung mit Musik und Bildern

Donnerstag, 15.11.2018, 19 Uhr,  Kirche St.Anna in Syrau

Freitag, 30.11.2018, 19 Uhr, Studiobühne der Vogtlandhalle in Greiz

In der Welt sind 65 Millionen Menschen auf der Flucht.
Einige leben heute unter uns, aber wir wissen wenig über die Gefahren, denen sie bei der Flucht ausgesetzt waren.
Würden wir verstehen, aus welchen Gründen und mit welchen Hoffnungen sie sich auf die Flucht vor Krieg, Diktatur und Armut begaben und welche Risiken sie dabei auf sich nahmen, würde sich unser Bild von ihnen ändern. Wir würden Menschen hinter den Zahlen erkennen.

Am frühen Morgen des 03. Oktober 2013 starben vor der italienischen Insel Lampedusa über 360 Menschen, Flüchtlinge aus verschiedensten Ländern.

Aus Zeugenaussagen und dokumentarischem Material hat der Autor, Antonio Umberto Riccò, einen Text entwickelt, der unterschiedliche Perspektiven auf das Unglück eröffnet. Flüchtlinge, Einwohner von Lampedusa, Touristen und Behörden kommen zu Wort. Die Musik komponierte eigens für dieses Projekt der italienische Musiker Francesco Impastato.

Mila Basson, Freya Eckhardt, Lilli Müller, Amy Schmidt, Laura Schumacher, Julian Donat und Leon Grimm der Klassenstufe 7 der TRIAS Oberschule Elsterberg lesen den schwierigen Text dieses Stückes. Sie machen das sehr professionell, fast wie richtige Schauspieler. Deshalb übernahm der gebürtige Plauener Schauspieler Kai Schumann spontan die Schirmherrschaft für dieses Projekt und schickte eine sehr persönliche Grußbotschaft. Die Proben wurden von unserem Kooperationspartner Theater Plauen begleitet. Das Projekt wurde vom Plauener Verein colorido e.V. unterstützt.

Es ist wirklich eine großartige Leistung unserer Schülerinnen und Schüler. Auch der wichtige Einsatz der Technik muss hier lobenswert erwähnt werden. Die Schüler Johannes Schmidt und Max Kuhfeld meisterten diese Aufgabe hervorragend.

Insgesamt fanden bisher fünf Veranstaltungen statt, eine zu den Theatertagen der Jugend in Plauen, zwei in der Aula des Schulzentrums Elsterberg und zwei in der Galerie des Malzhauses in Plauen. Wir spielten vor vollen Häusern.

Wir haben uns mit einem Stück „auf die Bretter, die die Welt bedeuten“ gewagt und es ist uns gelungen.

Im Anschluss an die Szenische Lesung findet immer ein Gespräch mit den Zuschauern statt. Die Gespräche moderiert der Vorsitzende des Fördervereins des Theaters Plauen, Friedrich Reichel.

Aufgrund der großen Nachfrage nach weiteren Aufführungen der Szenischen Lesung „Ein Morgen vor Lampedusa“ haben wir uns entschlossen, das Stück zwei weitere Male aufzuführen, einmal in der St. Anna Kirche in Syrau/Gemeinde Rosenbach und einmal auf der Studiobühne der Vogtlandhalle Greiz.

Wir wünschen uns auch für diese Vorstellungen viele weitere interessierte Zuschauer.

Der Eintritt ist kostenfrei. Die Spenden aus den Veranstaltungen gehen zugunsten der Plauener Tafel, die sich aktiv um geflüchtete Menschen bemüht und mit ihnen gemeinsam arbeitet.

Mit dieser Szenische Lesung wurden wir für den Sächsischen Bürgerpreis 2018 nominiert.

17.05.2018: Rainbowflash Plauen

Internationaler Tag gegen Homophobie in Solidarität mit trans- und intersexuellen Menschen (IDAHOT/ IDAHIT)

Am 17. Mai eines jeden Jahres erinnern Menschen mit vielfältigen Aktionen an den Tag, an dem Homosexualität aus dem Diagnoseschlüssel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gestrichen wurde. Seitdem gilt sie offiziell nicht mehr als Krankheit.

Seit 2010 koordiniert der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Sachsen die zahlreichen Aktionen um den IDAHOT/ IDAHIT. Gemeinsam mit unseren Partner*innen wollen wir am IDAHOT/ IDAHIT für gleiche Rechte, gesellschaftlichen Zusammenhalt und gegenseitigen Respekt streiten und jeder Ideologie der Ungleichwertigkeit entgegentreten. Selbstbestimmt, offen und diskriminierungsfrei – eine demokratische Gesellschaft muss es allen Menschen ermöglichen, jederzeit und an jedem Ort ohne Angst verschieden sein zu können. Die Aktionen am 17.05 sind auch Zeichen der tiefen Verbundenheit mit allen Menschen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung und/oder geschlechtlichen Identität Verfolgung, Folter oder Tod erfahren müssen. In über 70 Staaten der Erde werden Menschen wegen ihrer Liebe zum gleichen Geschlecht kriminalisiert.

Lasst uns gemeinsam ein Zeichen für Vielfalt in unserer Gesellschaft setzen und unsere Botschaften gegen Homo- und Trans- und Interphobie in den Himmel über Plauen steigen lassen.

 

Datum/Uhrzeit:
17.05.2018 / 17:45 Uhr

Ort:
Postplatz Plauen

Veranstalter:
colorido e.V.,
Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Sachsen (http://sachsen.lsvd.de)
DIE LINKE. Vogtland (www.dielinke-vogtland.de)

11.05.2018 Aktion zum Jahrestag der Bücherverbrennung in Plauen

Vor 85 Jahren, in der Nacht vom 10. zum 11. Mai 1933 fand auf dem Opernplatz in Berlin als Höhepunkt der „Aktion wider den undeutschen Geist“ die große, zentrale Bücherverbrennung statt. Als heimlicher Zeitzeuge war Erich Kästner mit dabei und musste zusehen, wie auch seine Werke in die Flammen geworfen worden sind.

Unter dem Titel „Bürger lesen für Bürger aus Verbrannten Büchern von 1933“ wurde die lange Liste der betroffenen Autoren  auf dem Postplatz in Plauen vorgelesen. Danach fand Erich Kästners „Emil und die Detektive“ Zuhörer.

Datum/Uhrzeit:
11.05.2018 / 16:00 Uhr

Ort:
Postplatz Plauen

Veranstalter:
colorido e.V.

Partner: Theater Plauen-Zwickau gemeinnützige GmbH (www.theater-plauen-zwickau.de)

09.05.2018 Aktion zum Jahrestag der Bücherverbrennung in Elsterberg

Vor 85 Jahren, in der Nacht vom 10. zum 11. Mai 1933 fand auf dem Opernplatz in Berlin als Höhepunkt der „Aktion wider den undeutschen Geist“ die große, zentrale Bücherverbrennung statt. Als heimlicher Zeitzeuge war Erich Kästner mit dabei und musste zusehen, wie auch seine Werke in die Flammen geworfen worden sind.

Unter dem Titel „Schüler und Schülerinnen lesen für Bürger aus Verbrannten Büchern von 1933“ lasen die Schülerinnen und Schüler ca. 30 Minuten die lange Liste der betroffenen Autoren  auf dem Marktplatz in Elsterberg vor. Danach wurde noch aus Erich Kästners „Emil und die Detektive“ gelesen. Sie wurden dabei von unserem Verein colorido e. V. unterstützt.

Datum/Uhrzeit:
09.05.2018 / 8:00 Uhr

Ort:
Marktplatz Elsterberg

Veranstalter:
TRIAS Oberschule Elsterberg

Partner: colorido e.V.